Sehenswert
Sehenswertes in Andalusien
Malaga
Mehr als 600.000 Menschen wohnen in der Hauptstadt der Costa del Sol.
In den letzten Jahren hat sich die Geburtsstadt Picassos zu einer betriebsamen Metropole mit profiliertem Kunst- und Kulturanspruch entwickelt. Viel Zeit, Geld und Aufwand wurde in die Restaurierung der Altstadt investiert, in allen möglichen Pastellfarben kommen die historischen Bauten nun daher.
Vor Leben pulsieren Straßen, Boulevards, schattige Gassen und weitläufige Plätze und laden zum Entdecken ein, in ein Labyrinth steingewordener Geschichte.
Relikte einer spannenden Vergangenheit finden sich im historischen Zentrum - von den Phöniziern über Römer und Mauren bis heute. Voller Trubel ist die Stadt, voller Geschäfte, Galerien, Museen, Tapasbars, Restaurants und altmodischer Cafés und mittendrin die mächtige Kathedrale der Renaissance mit ihrer Weihrauch geschwängerten Luft. Turbulent der Betrieb in der historischen Markthalle Atarazanas, die an der Stelle errichtet wurde, wo einst die Mauren ihre Schiffe bauten.
Und über all dem wacht die Alcázaba, die gewaltige Burg der Mauren, und noch weiter oben der Gibralfaro, die alte phönizische Bastion auf einem Fels über dem Meer.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Picasso-Museum mit auch wechselnden Ausstellungen, das Museum in seinem Geburtshaus, das CAC - das Zentrum Zeitgenössischer Kunst, und die Finca de la Concepción, ein mehr als 150 Jahre alter Botanischer Garten.
Marbella
Fast unbemerkt erreicht man an der bebauten Küste die Vororte von Marbella.
Die Stadt der "Schönen und Reichen" liegt in einer weiten Bucht wie in einem kolossalen Amphitheater seinem 1.200 Meter hohen Hausberg La Concha zu Füßen.
Um das recht kleine Stadtzentrum, das aus einer malerischen maurischen Altstadt und einer unmalerischen geschäftigen Neustadt besteht, ziehen sich - mehr oder weniger locker bebaut - Wohn- und pompöse Villenviertel die Berge empor und an der Küste entlang. Die Stadt mit gleich vier Yachthäfen ist dank ihrer Parks und zahlloser Gärten ausgesprochen grün, Hochhäuser sind zum Glück rar.
Fast 30 Kilometer lang sind die oft von Palmen überragten Strände Marbellas, darunter finden sich sehr belebte wie im Stadtzentrum oder ruhigere wie in den villenartigen Vororten. Überall finden sich Strandrestaurants – vom einfachen Chiringuito bis zu exzentrischen Beach Clubs, in denen jeden Sommer aufs Neue die Guinnessbuch-Einträge für den höchsten Schampus-Konsum an einem Tag getoppt werden.
Knapp 150.000 Menschen leben in Marbella, wenn alle da sind, die Häuser und Apartments besitzen, werden es im Sommer schon mal 400.000. Luxushotels, teuerste Restaurants und Clubs, glitzernde Luxuskarossen auf den Straßen und in den Yachthäfen, die millionen-schweren Schiffchen vor allem im Promihafen Puerto Banús und die Shoppingadressen mit Flagshipstores aller führenden Designer und Juweliere dort lassen ahnen, dass die Kaufkraft nicht bescheiden ist.
Sehenswert sind aber auch die Dalí-Skulpturen an der Avenida del Mar, das Casco Antiguo - die weißgetünchte Altstadt mit dem maurischen Kastell, der stattlichen barocken Pfarrkirche, den Stadtpalais auf der Calle Ancha und dem Museum moderner spanischer Gravierkunst im alten Hospiz (Museo del Grabado).
Ronda
Knappe zwei Stunden über eine dramatische Bergtrasse, dann erblickt man Ronda in seinen Mauern inmitten dieser grandiosen Landschaft.
Einst uneinnehmbare Festung auf einer hochmütig ins Land gereckten Felsnase thront die kleine weiße Stadt mit bedeutenden Baudenkmälern dort bis heute.
Bei einem Gang durch die beschaulichen Gassen wird man maurische Häuser entdecken, kunstvolle Sandsteinportale, arabische Gärten, lauschige Patios oder Stadtpaläste der Renaissance, Museen, Kunsthandwerk, und immer wieder traumhafte Ausblicke in eine majestätische Natur.
Und niemand wird je die Schlucht vergessen, an die Ronda mit dramatischer Geste seine Häuser schiebt, und über welche die gewaltige Puente Nuevo aus der maurischen Altstadt in die Neustadt führt. Ronda ist die Wiege des Stierkampfes. Rilke verbrachte hier einen Winter. Hemingway war oft zu Gast wie auch seinerzeit Orson Welles – der sich in Ronda begraben ließ. Und auch Madonna hatte es der magische Ort angetan, sie drehte hier ein Musik-Video.
Granada
Mit dem Wagen erreicht man durch eindrucksvolle landschaftliche Szenarien hindurch Granada, die Großstadt am Fuße der Sierra Nevada.
Letzte Bastion der moslemischen Mauren war sie einst auf spanischem Boden, bevor sie Ende des 15.Jahrhunderts von den christlichen Heeren der Katholischen Könige erobert wurde.
Prachtvoll das hinterlassene maurische Erbe: die rote Festung, die Alhambra, Weltkulturerbe der Menschheit und unter den Mauren zuletzt die Palaststadt der Nasriden. Wie ein Schloss aus Tausendundeine Nacht kommt sie daher.
Noch heute kann man sich gut vorstellen, wie sich hier einst raffiniertes höfisches Leben abspielte.
Ebenfalls zum Welterbe zählt der Albaycín, Granadas arabische Altstadt, ein Gewirr aus Gassen, Höfen und Plätzen, von denen sich immer wieder Ausblicke auf die Alhambra vor - den im Frühling und Winter glitzernden Eisgipfeln - der Sierra Nevada ergeben. Einige der weiß gekalkten Häuser mit wundervollen Patios und Gärten laden ein – als Bar oder Restaurant. Dann ist man Gast in Granadas glanzvoller Vergangenheit.
Weitere drei-Sterne-Sehenswürdigkeiten sind der Generalife ( die Palastgärten oberhalb der Alhambra ) und die Kathedrale mit der Grabkapelle der Katholischen Könige. Richtig nett ist ein „tapeo“ am frühen Abend rund um die Plaza Nueva – von Bar zu Bar geht es dann im schummerigen Licht der Gassen, und überall werden zu den Drinks kleine Snacks als Dreingabe gereicht.
Cordoba
Gut drei Stunden dauert es mit dem Auto nach Córdoba. Schneller und bequemer geht es ab Málaga mit dem luxuriösen Hochgeschwindigkeitszug AVE.
Eine Stunde und man ist da.Das Herz von Córdoba ist seine Judería, die Altstadt, die als Welterbe der Menschheit unter dem Schutz der UNESCO steht. Ein Relikt jener Zeiten, als Córdoba vibrierendes Macht-, Handels- und geistiges Zentrum der maurischen Welt in Spanien war. Und eine der bedeutendsten Städte Europas.
Ein Netz von Gassen und Gässchen, Durchgängen, Plätzen und Höfen mit zahllos verschachtelten weißen Häusern und Stadtpalästen dehnt sich da um den Alcázar (Palast) und das bedeutendste Einzelmoment, die Mezquita, aus.
Diese einstige Hauptmoschee – auch sie ein Welterbe – bot damals 30.000 Gläubigen Platz. Noch heute ein Ort – samt gotischer Kathedrale in seiner Mitte, der einen Zauber ausstrahlt. 856 Säulen tragen das Wunderwerk von Dach mit seinen Hufeisenbögen. Wahrhaftes Glanzstück ist die Gebetsloge, Mihrab, ein Kunstwerk vollendeter Farbigkeit aus wertvollen Edelsteinen und Gold: virtuose Baukunst.
Weitere drei-Sterne-Sehenswürdigkeit ist die ausgegrabene maurische Palaststadt Medina Azahara vor den Toren Córdobas. Abends durch die gastliche Judería zu bummeln, hier und dort einzukehren, hat seine Magie. Córdoba ist bekannt für seine schmackhafte cordobesische Küche mit guten frischen Zutaten. Stimmungsvolle Restaurants findet man in bejahrten Bauten und blumenübersäten Patios.
Sevilla
Sevilla an den Ufern des Guadalquivir ist Hauptstadt, Herz und Pulsschlag Andalusiens. Die Stadt des Flamencos, des singenden Barbiers, der glutäugigen Carmen...
Jede Gasse, jeder Platz, jeder Hof in der Altstadt ist eine Bühne sprühenden Lebens, Musik ist Sevilla und ein einziges Theater. Und ein besonders schönes dazu: großartige Architektur, verspieltes Dekor, graziöses Treiben, eine sinnliche Überdosis.
Hauptsehenswürdigkeit ist die Altstadt Barrio de Santa Cruz mit ihren Stadtpalästen und anmutigen Fassaden. Durch die Gassen schwebt der Duft der Orangenblüten wie ein süßes Gift, dem jeder erliegt. Hoch ragt die gewaltige Kathedrale Giralda (Welterbe der Menschheit) empor, nebenan betört die alte Maurenresidenz Alcázar (Welterbe der Menschheit) mit ihren schmuckvollen Prachträumen und berühmten Gärten im arabischen Stil.
Touristen aus aller Welt geben sich hier ein Stelldichein, lassen sich anstecken von diesem südlich erhitzten laissez-faire, lassen sich treiben und genießen das Flair einer einzigartigen quirligen Metropole.Zahllos sind die Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Herausragend: die Plaza España, mit ihren stilvollen Gebäuden die sich wie Kunstwerke aus Ziegeln, farbenfroher Keramik und Marmor über dem Platzgefüge und dem angrenzenden Park „Parque de María Luisa“ erheben. Am besten zu erleben bei einer Kutschfahrt.
Gibraltar
Bis zu 30.000 Menschen drängen sich auf und um The Rock, so nennen die Briten gerne ihr Gibraltar.
Seit 1704, als sie es im Spanischen Erbfolgekrieg handstreichartig eroberte, hat die englische Krone dort das Sagen. Sie kontrolliert von hier aus bis heute die Straße von Gibraltar, eine der meistbefahrenen Schifffahrtsstraßen der Welt.
Das ärgert die Spanier, und so sorgen sie dafür, dass Aus- und Einreise nicht gerade flüssig verlaufen, die Kontrollen können schikanös sein. Reisepass oder Ausweis ist nicht zu vergessen.
In Gibraltar bewegt man sich am besten mit Bussen und Taxen, d.h. man parkt den Wagen vor der Grenze in La Línea, sofern man nicht von einem Touristikunternehmen gebracht wird. Zahlungsmittel ist das Gibraltar-Pfund (Code GIP), aber auch EURO werden akzeptiert.
Der Felsen galt in der antiken Mythologie als eine der Säulen des Herkules - die zweite Säule ragt gegenüber in Marokko als Djebel Musa über Ceuta empor. Gibraltar hieß bis 711 Calpe, danach wurde es nach dem hier gelandeten arabischen Feldherrn Djebel al-Tariq (Berg des Tariq) benannt, der mit seinem Sieg über die Westgoten das Eindringen der Mauren im 8. Jahrhundert ermöglichte.
Heute fahren Besucher der Costa del Sol auf die felsige Landzunge gegenüber von Afrika, einfach um sie mal zu erleben oder zum Einkaufen, da manches preiswerter weil steuerfrei ist. Elektronische Geräte, Tabakwaren oder Alkoholika der bekanntesten Art sind solche Einkaufs-Trophäen. Bei Elektronik in den meist von Indern und Pakistani betriebenen Shops sollte man ruhig mal ein Auge darauf werfen, auch wirklich Originalware zu erstehen.
Auch heimwehkranke Engländer genehmigen sich dort ein Pint Lager oder Guinness in einem Pub, kaufen britische Lebensmittel ein, oder haben einfach Heimweh nach diesem kosmo-politischen Mix, den sie aus ihrer Heimat kennen. Auf der Main Street begegnet er ihnen in seinem kolonialen Empire-Gepräge. Die britische Kronkolonie regiert sich selbst in allen Belangen des Inneren. Wirtschaftlich bedeutend sind der Tourismus, der Handelshafen und natürlich Offshore Banking.
Was da sehenswert ist? Gute Frage. Der gewaltige Felsen ist beinahe 5 km lang, 1,5 km breit und 425 Meter hoch und über eine Landzunge mit dem Festland verbunden. Auf Spanisch heißt er El Peñon, am Apes' Rock ärgern einige Berberaffen die Besucher, die Aussicht ist genial, und die Stadt zu seinen Füßen zeichnet sich durch ein durchaus britisches Gepräge auch in der Architektur aus. Die Hauptstraße hat etwas von einem Basar, und die dicken Mauern, die die Stadt umgeben, zeigen, dass Gibraltar bis heute eine Festung geblieben ist.
Weitere Sehenswürdigkeiten:
Kathedrale
Am Cathedral Square steht die 1821 im maurischen Stil erbaute protestantische Kathedrale in unmittelbarer Nähe zur katholischen Kathedrale im gotischen Stil.
Upper Galleries
Oberhalb des Kastells liegen die Upper Galleries (Queens Road), die 1779 – 1783 aus dem Fels gehauen wurden.
Highest Point
Das gigantische Felsplateau erreicht man entweder zu Fuß (anstrengend!), mit einer Seilbahn oder für 25 Euro mit einem einheimischen Taxifahrer im Minibus (sehr empfehlenswert). Der zeigt und erklärt einem geneigten Touristen auch gleich alles, was es auf dem und im Felsen zu sehen gibt: die Tropfsteinhöhlen St. Michael's Cave, The Siege – ein Tunnel vollgestopft mit Kanonen oder das Herkules Plateau mit atemberaubendem Blick nach Marokko.
Europa Road
Die Höhenstraße im Süden der Landzunge ab Alameda bietet immer wieder herrliche Ausblicke über die Straße von Gibraltar, vor allem am Europa Point.
Weisse Dörfer
Strahlende Höhepunkte verstreut im Hinterland der Costa de Sol, mal eine Bergspitze krönend wie Olvera, versteckt, in und aus dem Fels gehauen wie das bizzarre Dörfchen Sétenil...
Ob Bilderbuchorte wie Arcos de la Frontera, Grazalema oder Zahara de la Sierra: hier ist alles weiß, vom Hühnerstall bis zur Kirchturmspitze. Sehr gemächlich schreitet die Zeit voran, das Leben geht hier immer noch mit den Jahreszeiten.
Von der Küste aus nur einmal hinein schnuppern ins Spanien von vorgestern ist schnell gemacht:
Rasch erreichbar liegen Manilva, Gaucín, Casares, Ojén oder Monda gleich oben in den ersten Küstengebirgen.
Einfach einmal hineinfahren, mittags auf der Plaza, dem Hauptplatz, etwas essen – würzigen Manchego-Käse, Kaninchen aus dem Backofen oder Ochsenschwanz – herzhafte Kost von herzlichen Menschen erlebt man dann in einem Andalusien, wie es einmal war.
Die oft bizarre, urtümliche Landschaft mit steilen Felstürmen, schroffen Schluchten und der knorrigen Geometrie der Ölbaumpflanzungen ist eine schöne Zugabe.












